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Landwirtschaftliche Revolution

Die Recherche geht natürlich weiter. Je mehr unser Team gebuddelt hat, desto tiefer ging es. Gut. Weingau hat herausgefunden, dass 8000 v.Chr. in Georgien Tonbehälter entdeckt wurden, in denen Spuren von Wein ermittelt wurden.

Wir befinden uns nun in einer Zeit, in der wir uns von Jägern und Sammlern zu Landwirten und Hauswirtschaftlern entwickelten. In Revolutionen wurden Schahs geputscht, Bastien gestürmt und Menschenrechte erkämpft.

Die landwirtschaftliche Revolution hingegen war ein eher friedlicher und genügsamer Wechsel der Paradigmen.

In unserer Redaktion kam die Frage auf, warum genau mit der Entstehung der Landwirtschaft einem alkoholischen Getränk diese Priorität zugestanden wurde.

Wein, also Getränke mit Umdrehungen waren im Gegensatz zu Wasser nicht anfällig für Keime, sondern – und das ist kein Kneipenspruch – wirkten desinfizierend waren dadurch trinkbar. Man hat also schon in der Antike Wasser und Wein gemischt, um gesundheitlich unversehrt zu bleiben.

(A.d.R.) Der Mensch lebte also nicht nur vom Wasser und Brot alleine. Wir gehen mal ganz stark davon aus, dass die Herrschaften der Antike auch einfach sau-gerne mal einen gebechert haben.

Lassen wir das mal so stehen und erfreuen uns an diesem Gedanken.

Nun spricht der Medikus:

Das Enzym, das verantwortlich dafür ist Alkohol überhaupt vertragen und abbauen zu können haben wir schon viel früher erlangt. Vor etwa 10 MIO Jahren verfügten bereits Menschenaffen darüber.
Sind wir ehrlich:

Ob wir mit dem Weinanbau 6.000 v.Chr. in Armenien oder 8.000 v.Chr. in Georgien angefangen haben lässt sich nicht genau sagen, ist auch nicht wichtig. Jedoch liegen die Anfänge der Kunst des Weinanbaus erstaunlich weit zurück.

Eine Passage aus Harari’s “Ein kurze Geschichte der Menschheit” hat uns sehr gefallen, diese möchten wir an dieser Stelle zitieren:

„2,5 MIO Jahren ernährten sich die Menschen von Pflanzen und Tieren die ohne menschliche Eingriffe lebten und sich vermehrten. Sie jagten wilde Schafe und pflückten wilde Feigen, ohne je zu versuchen, in das Leben der Feigen oder der Schafe einzugreifen. Sie trafen keine Entscheidungen darüber, wo ein Feigenbaum wachsen, wo eine Herde grasen und welcher Bock sich mit welchem Schaf paaren sollte. Warum auch mehr tun, wenn das ausreichte um sich zu ernähren und eine große Vielfalt von Gesellschaften, Religionen und politischen Strukturen zu unterhalten. Das änderte sich vor etwa 10.000 Jahren.

Damals begannen die Sapiens ihre Anstrengungen fast ausschließlich auf die Manipulation einer weniger Tier- und Pflanzenarten zu bündeln. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang säten sie Samen, bewässerten Pflanzen, jäten Unkraut und führten Schafe auf saftige Weiden. Davon erhofften sie sich mehr Früchte, mehr Getreide und mehr Fleisch. Das Ergebnis war eine Revolution im Alltag der Menschen. Die sogenannte “Landwirtschaftliche Revolution”. Der Übergang zur Landwirtschaft begann von gut 11.500 Jahren in den Hügeln der Süd-Ost-Türkei, des West-Iran und der Levante. Zuerst wurden Weizen und Ziegen domestiziert. Erbsen und Linsen folgten vor rund 10.000 Jahren. Olivenbäume vor rund 7.000 Jahren, Pferde vor 6.000 und Wein vor ca. 5,500 Jahren.“